Geschichten aus dem alltäglichen Wahn oder (Un-)Sinn in Köln und unterwegs - im Fokus: Medien, Bildung, Gesundheit
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Der Selbstversuch
Der kleine Ausflug nach Maastricht lief (noch, s.http://www.sueddeutsche.de) völlig problemlos über die Bühne. Man hat uns gut beraten in dem mittelgroßen Coffee-Shop über Art und Dosis der Einnahme. Einen Abend später startete mein Freund mit einer geringen Dosis als Teeaufguss den Selbsttest, mit Erfolg: er wurde ruhiger, die Schmerzen ließen nach. Allerdings wurde ihm auch übel. Gewöhnungsschwierigkeiten? Der zweite Versuch, den er bei Wetterwechsel wegen starker Schmerzen unternahm, war leider ohne Schmerzlinderung. Er muss wohl leider noch ein paar Selbstversuche über sich ergehen lassen. Seine Neurologin findet die Eigeninitiative gut...
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Sonntag, 2. Oktober 2011
Was kommt als Nächstes?
>> Weitere Geschichten über erwünschte und nicht erwünschte Medikamente!
Ein Freund von mir ist seit etwa 20 Jahren Schmerzpatient nach einem Autounfall. Täglich hat er mehr oder weniger starke Schmerzen und er ist berufsunfähig. Finanziell geht es ihm zum Glück gut. Unter den (Kopf-)Schmerzen leidet er mehr und mehr und er hat schon vieles ausprobiert. Jetzt will er es mal mit THC, also Cannabis, versuchen. Seine Ärzte haben sich bislang eher negativ dazu geäußert. Erste eigene Rechercheergebnisse: Ärzte können eine Behandlung mit der verbotenen Substanz beantragen. Aber:
"Lediglich 40-50 Patienten seit der Gründung der Bundesrepublik
Deutschlands haben bis heute eine Ausnahmeerlaubnis für einen
nichtverkehrsfähigen Extrakt oder den Import von Medizinal-
Cannabis aus den Niederlanden. Eine Erlaubnis, die zwar eine
Anerkennung ist, dass sie Cannabis medizinisch brauchen, die
aber nicht ihre Versorgung garantiert, da beides so überteuert
ist, dass normale Patienten das nicht bezahlen können."
Aus "Protest-Mailer", Link s.u.
Es gibt Selbsthilfegruppen: http://selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de
(Ich übernehme keine Haftung für externe Links)
Nächste Woche fahren wir in die Niederlande und er testet, ob es ihm wirklich hilft.
>> Berichte aus der Medien- und Bildungspraxis -> Folgen bald...
Mittwoch, 28. September 2011
Und alle haben es gewusst...
Dass Nachtkerzenöl bei Asthma hilft, war anscheinend nur für mich ein Geheimnis. Meine Hausärztin weiss es auch - und hat mir seit ewigen Zeiten u.a. Spray mit Cortison verschrieben. Ich war bei ihr, weil meine Krankenkasse ein "Besser-Leben-Programm" für chronisch Kranke anbietet. Das macht sie nicht mit. Zu viel Bürokratie für sie und nur schulmedizinische Methoden, wie sie als halbe Heilpraktikerin kritisiert. Warum sie mir dann das Nachtkerzenöl verschwiegen habe, frage ich wohl zu vorsichtig, denn darauf geht sie nicht näher ein. Das zentrale Büro meiner Krankenkasse ist gleich in der Nähe, so dass ich auch dort noch einen Besuch abstatte. Ich kann sofort mit jemandem sprechen, das find ich gut. Keine Wartezeiten wie bei meiner Hausärztin. Ich frage nach dem "Besser-Leben-Programm" für mich als Asthma-Patientin. Das sei ein Begleitprogramm zur besseren Vorsorge. "Aha" sage ich, "wird dabei auch registriert, dass mir Nachtkerzenöl hilft?"- "Ich weiss," überrascht mich die Sachbearbeiterin. "Nein, da werden nur schulmedizinische Ergebnisse untersucht." Woher sie das mit dem Öl wisse, möchte ich nun doch erfahren. Sie habe selbst Asthma und nehme es auf den Rat einer Freundin, die Heilpraktikerin sei...
Dass ich entweder in diesem oder im nächsten Jahr meine Sportkurse über die Kasse absetzen kann, beruhigt mich nur bedingt. Verdient die Pharmaindustrie zu wenig an diesem Ergebnis oder muss ich da noch argere Verschwörungsphantasien entwickeln, um das Gefühl zu verarbeiten, verdummt worden zu sein?
Agenda: wieder mal den Hausarzt wechseln. Mich in unabhängigen Gesundheitsvereinen engagieren, andere informieren, demonstrieren, etc.
>> Info, z.B.: http://www.naturheilt.com/heilpflanzen/nachtkerzenoel.html
>> http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
(Ich übernehme keine Haftung für externe Links)
Dass ich entweder in diesem oder im nächsten Jahr meine Sportkurse über die Kasse absetzen kann, beruhigt mich nur bedingt. Verdient die Pharmaindustrie zu wenig an diesem Ergebnis oder muss ich da noch argere Verschwörungsphantasien entwickeln, um das Gefühl zu verarbeiten, verdummt worden zu sein?
Agenda: wieder mal den Hausarzt wechseln. Mich in unabhängigen Gesundheitsvereinen engagieren, andere informieren, demonstrieren, etc.
>> Info, z.B.: http://www.naturheilt.com/heilpflanzen/nachtkerzenoel.html
>> http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
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Montag, 26. September 2011
Muss ich meine Behandlungsideen zum Arzttermin mitnehmen?
Nachtkerzenöl hilft mir anscheinend bei diversen Wehwechen, ich habs zufällig im Internet entdeckt und gleich ausprobiert. Erstes Ergebnis: mein Asthma ist fast weg, unglaublich. Darauf angesprochen, sagt mir die Ärztin: "Ja, Nachtkerzenöl hat sogar den Placebotest für Frauenleiden bestanden." Schön zu wissen, aber selbst das stand im Netz.
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Flohmarktbekenntnisse
Sonntag. Eigentlich wollte ich ja Wildkräuter sammeln gehen. Jetzt bin ich im Flohmarktgewühl gelandet, wie auch immer, und hänge an einem Stand mit Videos fest. Einige sind sogar noch in Folie eingeschweißt, ich kann einfach nicht widerstehen. "Mein Freund ist ein Sammler und hat mittlerweile alles auch schon auf Blu Ray..." gesteht die natürliche Blondine hinter ihrem Schatztisch. "11:14", den wollte ich mir schon immer mal ausleihen aus rein kabbalistischen Gründen, "Wo die wilden Kerlen wohnen" nehm ich auch, selbstredend für die Kinder, die zu Besuch kommen und "Im Tal der Puppen" aus den 70ern. Ein Kunde neben mir empfiehlt ihn: "Trash" - das reicht mir als Argument. "Das Imperium der Wölfe" findet die Verkäuferin auch noch empfehlenswert, aber ich habe nur noch zehn Euro, die reichen gerad und der Film würd mich eh nur erinnern...
Das hat die Herren nicht gleichgültig gelassen, da sind wir uns einig.
Wer hat die A-Karte?
"Du hast doch die A-Karte?!" fragt samstags in einer Drogerie am Kölner Rudolfplatz die Kassiererin eine Kollegin. Ich grinse, obwohl sie keine Miene dabei verzieht. "Ohje, die A-Karte", sage ich, jetzt lächelt sie auch. "A-Karte ist bei uns die Abkürzung für Autorisierungskarte." klärt sie mich freundlich auf. "Das ist einfach zu lang." Jetzt hat sie endlich die A-Karte und kann der Kundin vor mir das Geld für den Umtausch herausgeben. Hoffentlich hab ich sie jetzt nicht irritiert und sie sich nicht verrechnet, sonst hat sie doch noch eine echte...
Donnerstag, 22. September 2011
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